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letzte Aktualisierung: 3. Dezember 2018
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Loren Mosher, 3. September, 1933 - 10. Juli, 2004

 

Artikel in der WASHINGTON POST
Oppositioneller Psychiater Loren Mosher, 70
von Adam Bernstein
Tuesday, July 20, 2004; Page B06, (übersetzt von Kalle Pehe)

 

Loren R. Mosher, 70, der am 10. Juli in einer Berliner Klinik an Leberkrebs gestorben ist, war ein opponierender Psychiater und Experte für Schizophrenie, der vom Staatlichen Instituts für Seelische Gesundheit (NIMH) wegen seiner kontroversen Theorien zur Behandlung seelischer Störungen entlassen wurde. Während seiner Tätigkeit als Leiter des NIMH Zentrums für Schizophrenieforschung von 1968 bis 1980 tadelte Dr. Mosher den exzessiven Psychopharmakaeinsatz zur Behandlung seelischer Störungen und den dominierenden Einfluss der Pharmakonzerne auf die Berufsverbände. Große Therapiezentren wie das St. Elizabeth Hospital hätte er am liebsten dem Erdboden gleich gemacht.

Er setzte sich für eine weitgehend medikamentenfreie Therapie Schizophrener ein, was nach wie vor der herrschenden Vorstellung zum Gebrauch antipsychotischer Substanzen (repräsentiert durch die APA) in den Vereinigten Staaten widerspricht. Seine Haltung ist bestimmt von der Auffassung, dass an Schizophrenie Erkrankte gequälte Seelen sind, die eine emotional aufbauende Umgebung benötigen, um gesund zu werden. Er sagte, dass Medikamente fast immer entbehrlich seien, ausgenommen bei Episoden, in denen die Gefahr der Gewaltanwendung besteht oder ein Suizid droht.

Er schuf kleine, medikamentenfreie Behandlungsmöglichkeiten, die mehr einem Zuhause glichen als einem Krankenhaus. Seine jungen Pflegekräfte lebten in einem dieser Zentren, dem Soteria Haus in San Jose, mit einer kleinen Gruppe von Patienten zusammen und teilten sich die Hausarbeit mit Ihnen. "Die Idee war, dass Schizophrenie mit Hilfe tragender Beziehungen eher zu überwinden ist als durch Medikamente und dass diese Art der Behandlung zu einer unzweifelhaft besseren Lebensqualität führt," schrieb Dr. Mosher einst. Zuletzt stellte er im Jahr 2002 fest, dass 85 bis 90 Prozent seiner Klienten ohne konventionelle Krankenhausbehandlung in die Gesellschaft zurückkehrten.

1998 trat Dr. Mosher aus der APA (Amerikanischer Psychiatrie Verband) aus, den er ein "Schoßhündchen der Pharmaindustrie" nannte. "Der Hauptgrund für meinen Austritt ist meine Überzeugung, dass ich mich eigentlich aus dem Amerikanischen Psychopharmaka-Verband zurückziehe," schrieb er in seinem Rücktrittsbrief. "Glücklicherweise erfordert die tatsächliche Identität der Organisation keine Änderung in der Abkürzung des Verbandsnamens. Was diesen Punkt betrifft, sehe ich es so, dass die Psychiatrie heute fast vollständig von den Pharmakonzernen aufgekauft worden ist."

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