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letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2017
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Die Kirschbäume in meiner Straße
Beglückt sind wir alle. Über die Blüte der Kirsche in unserer Straße. Sicher warten wir alle, jedes Jahr erneut nach dem Winter, auf die Blüte, Ende April, Anfang Mai. Dann ist Frühjahr.

Wenn die Blättchen braun am Boden liegen: zermatscht durch Regen, Fahrzeuge, die über sie fahren und Menschen, die darauf herumtrampelten, haben nur Kinder, die es nicht sehr zahlreich im Viertel gibt, und der Wind damit gespielt. Wir Anwohner spüren Freude und dann Ärger. Wie leicht und unbeschwert die Blütenblätter sind. Wir werden wieder fröhlich und immer steigen Erinnerungen an eigenes Kind sein auf. Aber dann in die Gegenwart. Meine Nachbarin schimpft über den Dreck, der nun entstanden ist. Er bringt wieder Arbeit. So verrückt ist die Welt.

Die Stadtreinigung entfernt die vergehende Blütenpracht mit der Kehrmaschine und die Autobesitzer sind dankbar über die gereinigten Parkflächen. Grün belaubt sind die Bäume nun den ganzen Sommer über, bis in den Herbst hinein.

Jetzt im November wird es nochmal aufregend mit diesen Bäumen. Dunkelheit am Nachmittag und kalte Luft machen mir klar, dass das Jahr zu Ende geht. Die Blätter der Kirschbäume verfärben sich und ich empfinde ein Glühen, als ob die Straße zu brennen anfangen würde. Das Farbenspiel der Blätter und die abendliche Färbung beim Untergehen der Sonne trösten mich in meiner Melancholie. In mir dann aber die Gewissheit: das Spiel hat kein Ende und der Anfang ist schon da. Auch der Winter wird vorüber gehen.


(Michael Günther)

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