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letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2018
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Bedrohung in der Nordstadt durch muslimische Ausländer?
Nogo-areas wo man nicht mehr hingehen kann, kriminelle Aktionen mitansehen, Mord und Totschlag auf offener Straße. Aggressiver Drogenverkauf, Fahrradklau, Einbruch, Raub, Taschendiebstahl will man nicht. Demütigung der Opfer über den Klau hinaus, ist noch abstoßender. Das alles machen deutsche Kriminelle genauso, das ist noch unspezifisch.

Anmache von Frauen, die freizügig angezogen sind. Männer in Frauenkleidern werden hier angegriffen. Das ist jetzt spezifisch, das sieht man bei deutschen Kriminellen eher nicht. Der Umgang zwischen Männern und Frauen kann bei Einwanderern, vor allem wenn sie vom Land kommen, erst mal andere Regeln haben. Das betrifft sicher nur einen Teil der Muslime, und auch Männer z.B. aus Russland oder Ex-Jugoslawien bringen auf diesem Gebiet ihre eigene Kultur mit. Und auch nur ein kleiner Teil davon tritt hier aggressiv auf.

Bei uns herrscht Gleichberechtigung. Scheidungsverbot, Züchtigungsrecht, §175, Strafbarkeit von Ehebruch durch Frauen, Kopftuchgebot, Arbeitsverbot sind Sachen, die wir bei uns endlich abgelegt haben. Aber so lange ist das gar nicht her. Noch in den 50ern durfte eine Frau in der BRD nur mit Zustimmung des Ehemanns oder des Vaters ein Konto eröffnen oder eine Arbeit aufnehmen. Vor gerade mal einem Jahrzehnt wurde erst die Straffreiheit der Vergewaltigung in der Ehe abgeschafft. Es gibt auch Einwanderer aus muslimischen Ländern, die gerade vor der dortigen Sexualmoral flüchten, und es gibt durchaus noch deutsche christliche Männer und christliche Kirchen, die eine vom geltenden Gesetz abweichende Moral auf diesem Gebiet vertreten.

Die meisten Einwanderer lernen schnell, dass hier andere Gesetze als in ihren Herkunftsländern gelten, respektieren das und halten sich entsprechend zurück. Zudem ist die Hoffnung berechtigt, dass sich in der 2. und spätestens 3. Generation die mitgebrachte Moral verliert, schon alleine weil die Polizei die hier geltenden Gesetze durchsetzt. Das setzt voraus, das jeder Mann sofort Wohnungsverweise bekommt, wenn seine Frau ihn wegen Gewalttätigkeiten anzeigt, und jegliche, auch nur angedrohte Gewalttätigkeit durch Ehemänner, Väter oder Brüder gegen Frauen und minderjährige Mädchen konsequent in aller Härte betraft wird.

Darüber hinaus hoffe ich auf die Überzeugungskraft unserer liberalen Kultur. Das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ist eine Selbstverständlichkeit, weil es der menschlichen Natur entspricht. Beziehungen auf ewig zu zementieren kann keine kaputte Beziehung verbessern, auch Kindern geht es nicht besser, wenn ihre Eltern sich nicht trennen, obwohl ihre Beziehung am Ende ist. Gefühle sind veränderlich und lassen sich nicht in feste Formen pressen.

Eine kleine Minderheit der Einwanderer kommt zu uns, um kriminellen Aktivitäten nachzugehen. Jeden schnell abschieben, der zum Straftatenbegehen hier einreist, auch aus dem EU-Ausland, ist unbedingt sinnvoll. Radikalen Religionsmissbrauch konsequent verfolgen und die Leute rausschmeißen wenns irgendwie geht, ist auch unbedingt sinnvoll, und zeigt Wirkung. Hier ist gründliche und fleißige Polizeiarbeit gefragt.

Die richtigen Kriegsflüchtlinge sind zwar oft traumatisiert und reagieren emotional heftiger, wenn sie in Streitigkeiten geraten, sind aber doch meistens Menschen, die eher keinen Bock auf Gewalt haben, sonst würden die doch zuhause bleiben und im Krieg da freudig mitmischen. Diese Menschen sind oft eine wesentliche Bereicherung. Überhaupt sind mir die angenehmen Ausländer mehr Wert, als mich die unangenehmen Ausländer beeinträchtigen oder stören.

Menschen werden meistens nur kriminell, wenn sie schon in Jugendzeiten ausgegrenzt werden und nie in die Gesellschaft reingelassen wurden. Einen Arbeitsplatz zu haben, ist bei uns die wichtigste Voraussetzung, anerkannt und respektiert zu werden. Wer da nichts von sieht, hat gute Chancen auf diese Situation mit kriminellem Verhalten zu reagieren. Die fehlende Anerkennung ist hier maßgeblicher als die tatsächliche Armut, die aber auch noch dazu kommt.

Statistisch gesehen werden ca. 50 % der jungen Männer kriminell, die in solch einer Ausgrenzungssituation erwachsen werden müssen. Die anderen 50 % ziehen sich weitgehend aus dem sozialen Leben zurück. Die ausgegrenzten Frauen gucken, dass sie einen besser gestellten Partner finden. Dass Streitigkeiten unter Kriminellen überwiegend mit Gewalt ausgetragen werden, erklärt sich schon dadurch, dass sie nicht die Polizei oder einen Anwalt einschalten können, um z.B. die Reviere für den Drogenhandel abzustecken. Der Hass, den man darüber hinaus oftmals bei Kriminellen antrifft, erklärt sich aus dem Kriegszustand, der sich letztlich aus der Dynamik der Verfolgung durch die Polizei und den Staat entwickelt.

Wenn die Ausländer der 2. Generation hier nicht integriert werden und deswegen teilweise kriminell werden, ist das ein im wesentlichen hausgemachtes Problem. Auch kann man die hier Geborenen nicht abschieben, wenn sie vom Gesetz her Deutsche sind.
Soziale Ausgrenzung hat Folgen, bei allen Nationalitäten gleichermaßen. Das trifft selten die, die die Ausgrenzung verursachen, aber gehört dann zum gesellschaftlichen Leben dazu. Man muss es polizeilich bekämpfen, aber wundern muss man sich nicht darüber, weil es offenbar zum Spektrum des menschlichen Verhaltens gehört, auf Ausgrenzung unkooperativ zu reagieren. Wer Kriminalität reduzieren will, muss die Ausgrenzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen reduzieren, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Es gibt noch ein spezielles Problem mit jugendlichen Intensivstraftätern unter 14 Jahren. Das sind oft Jungen mit Migrationshintergrund. Hier gibt es offenbar eine Gesetzeslücke, denn Jugendliche aus südlichen Ländern kommen im Schnitt 2 Jahre früher in die Pubertät als bei uns üblich. Das müsste man mal in den Gesetzen berücksichtigen und die Strafunmündigkeit im Einzelfall bei offenbar frühreifen Straftätern entsprechend herabsetzen.

Wären die Ausländer nicht hier in der Nordstadt wegen der billigen Mieten, wäre die städtische deutsche Unterschicht hier stärker vertreten, auch mit eher rechtsgerichteten Personen. Kriminalität in ähnlicher Art und Weise würden die dann wohl genauso praktizieren. Einen Stadtteil, der überwiegend von der Unterschicht bewohnt wird, gibt es in jeder Stadt. Wer wirklich nichts von Kriminalität sehen will, sollte vielleicht in andere Stadtteile ziehen. Die ehrlichen Ausgegrenzten, die wegen der billigen Mieten hier wohnen, und sich nicht leisten können, woanders hinzuziehen, sind natürlich die gearschten dabei. Das gilt auch für die meisten Ausländer, die hier wohnen.

Künstler gesellen sich weltweit gerne zu den armen Leuten ihrer Stadt, weil Künstler meist auch nicht viel Geld haben, und verbessern mit ihrer Anwesenheit dann wesentlich das Wohnumfeld. Einerseits mag ich die Gewalt nicht, die von manchen Nordstadtbewohnern ausgeht. Andererseits bin ich auch froh, dass ich als psychisch Kranker nicht von Spießbürgern im Wohnumfeld drangsaliert und vertrieben werde, was in besseren Stadtteilen durchaus vorkommen kann. Gerade muslimische Mitbürger haben eine angenehm hohe Toleranz gegenüber psychisch Kranken. Im WDR-Fernsehen sagte eine alte Frau aus der Nordstadt einmal in einem Interview:
"Hier werde ich mit dem Messer bedroht. In Wellinghofen werde ich mit dem Anwalt bedroht. Da ist der Anwalt doch gefährlicher."


(T.J.)
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