KLuW e. V. - Münsterstr. 114 - 44145 Dortmund

letzte Aktualisierung: 2. Mai 2019
Aktuelles / Text des Monats / Text des Monats - Chronik /

 
Aktuelles
Wir über uns
Text des Monats
Förderpreis 2012
Wochenplan
Veranstaltungen
Flyer
Projekte
Kooperationen
Inforello
Mitglieder
Der Verein
Publikationen
Links
Datenschutz
Impressum
zur Chronik
Text des Monats


@Materialismus

Kommentar von Tobias Jeckenburger auf
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/warum-wir-dringend-mehr-philosophie-brauchen-replik-auf-winfried-degens-polemik-gegen-das-philosophiestudium/
vom 06.01.2019 15:34
Erstmal will ich dem zustimmen, das die Eignung zum produktiven Arbeitnehmer wirklich nicht alles ist, worauf es im Leben ankommt. Eine zu starke Spezialisierung vergewaltigt die Fähigkeiten von Menschen, macht den Menschen lebensuntauglich und ist für die Gesellschaft insgesamt gefährlich.

Ein paar Semester Philosophie wird den meisten Studierenden wohl zugutekommen. Aber ich finde, man muss nicht unbedingt die Koryphäen der Philosophie lesen. Sich überhaupt mit den Grundfragen der Philosophie zu beschäftigen, finde ich schon ganz gut. Sich mit dem Ganzen der Kultur auseinander zu setzen, ist hilfreich.

Dazu ist es auch förderlich, dass man nicht seine ganze Leistung in Arbeit und Gelderwerb steckt, sondern sich überhaupt mit großem Interesse den Erkenntnissen über den Kosmos und den Menschen beschäftigt. Und dann wird auch die Frage bearbeitet, was das Individuum mit dem Kosmos und den dazu gehörigen Mitmenschen zu tun hat, oder auch nicht.

Lebenserfahrung auf diesem Gebiet kann genauso maßgeblich sein wie akademisch etablierte Theorien, die auch wichtig sind, aber eben gar nicht alles sind, das zählt. "Nur die Realität funktioniert", ist ein Prinzip, das im Maschinenbau selbstverständlich ist. Am anderen Ende im Spektrum der Wissenschaften, in der Psychologie, nicht mehr. Dort funktioniert auch regelmäßig die Illusion, in dem Sinne, dass auch realitätsferne Psychotherapienverfahren zahlende Kunden finden. Und in den Wirtschaftswissenschaften funktionieren auch hochgehaltene Ideologien, in dem Sinne, dass die Politik sie so umsetzt, dass das Kapital eben gut Profit macht, auch wenn Mensch und Umwelt dabei draufgehen.

Der reine Materialismus, der die Physik beherrscht, ist meiner Ansicht nicht die Realität, in der wir als Menschen leben. Die Physik sucht seit Newton nach den mathematisch beschreibbaren Regelmäßigkeiten in der Wirklichkeit. Das ist genau das, was man zum Maschinenbauen braucht. Man kann Maschinen nur aus den regelmäßigen Effekten der Wirklichkeit zusammenschrauben.

Schon in der Biologie stimmt das oft nicht mehr, aber vor allem wenn es um uns selbst und um unser Innenleben geht, hört hier die reine Mechanik auf und es kommen spirituelle und auch magische Effekte dazu. Das sagt mir meine konkrete Erfahrung mit mir und meinem Leben, und viele andere Menschen erfahren das Leben auch in Dimensionen, die jenseits reiner regelhaften Materialmechanik liegen. Psychiater, Hirnforscher und sogar Religionswissenschaftler sehen hier eher eben Halluzinationen, die dann entsprechend dem eigenen Geschäft als krankhaft in der Psychiatrie, als illusorisch in der Hirnforschung oder als evolutionär bedingt in den Religionswissenschaften wegerklärt werden.

Zum Glück haben wir es nur mit Menschen zu tun, die eben vom Leben nur die Hälfte mitbekommen, ein Problem mit der Realität hat die Spiritualität selbst ja nicht. Neben den rein mechanischen Effekten hat die Welt halt viel mit Geist, Seele und ihren Auswirkungen zu tun. Je weniger man sich im Leben spezialisiert, und je mehr man sich breiter aufstellt und aufmerksam nach der Wirklichkeit sucht, desto eher macht man auch seine Erfahrungen mit den Geisteswelten, in denen wir uns eben auch befinden.

Dennoch finde ich Wissenschaft sehr interessant und weiterführend. Bei der Suche nach den rein regelmäßigen Effekten wird man zwangsläufig im Laufe der Zeit auch an eben deren Grenzen geraten und so auch die Grundlagen der erlebbaren Spiritualität erforschen können.

So gibt es ein Riesenprojekt in der Hirnforschung, das man Gehirne so genau in Scheiben schneidet und unterm Mikroskop so komplett registriert, dass man ein Computermodell von allen Synapsen und Nervenzellen des gesamten untersuchten Gehirns erzeugen kann. Ich schätze mal, das man spätestens, wenn man bei Mäusen angekommen ist, dass man da in die Bereiche der Wirklichkeit gerät, die ohne Spiritualität nicht mehr funktionieren können.

Ich stell mir so ein Mausgehirnmodell im Computer als ein recht chaotisches System vor, dass von umfangreichen Zufallsprozessen mitbestimmt wird. Wenn ich dieses System dann mit Zufallszahlen, die aus der Quantenphysik stammen, z.B. aus dem Hintergrundrauschen eines elektrischen Widerstandes, füttere, wird das ganze Ding erst richtig wach werden und zu leben beginnen. Wenn ich nur mathematisch erzeugte Pseudozufallszahlen verwende, wird die simulierte Mäuseseele eben keine werden können, sondern nur eine Art Dämmerzustand erreichen können.

Eben weil persönliches Bewusstsein ohne beteiligtes kosmisches Bewusstsein nicht existieren kann. Aber warten wir ab, das wird sich zeigen. Wenn wir die Grenzen der Mechanik erreicht haben, dann geht´s mit dem Leben im Kosmos weiter. Persönlich erfahrbar ist das seit Jahrmillionen, wissenschaftlich greifbar zurzeit noch nicht. Aber in die Richtung forschen lohnt sich schon jetzt.


(T. J.)
nach oben